Karsamstag

Karsamstag

Es kam ein reicher Mann aus Arimatäa.

Er hieß Josef und gehörte zu den Jüngern von Jesus.

Zu den Jüngern gehörten Arme und Reiche, Gebildete und Schwache, Starke und Einfältige.

Das soll betont werden.

Er ging zu Pilatus und bat ihn um den Leichnam von Jesus.

Was willst Du mit dem Leichnam?

Überraschung.

Jemand kümmert sich.

An der Leiche hat der Staat kein Interesse.

Pilatus befahl, ihm den Leichnam zu übergeben.

Erledigt.

Abgeschlossen.

Pilatus kann sich wieder seinen Regierungsgeschäften widmen.

Immer diese Vorkommnisse.

Josef nahm den Leichnam und wickelte ihn in ein frisches Leinentuch.

Dann legte er Jesus in seine eigene Grabkammer.

Da er noch lebte, war sie unbenutzt.

In einen Felsen gehauen.

Schließlich rollte er einen großen Stein vor den Eingang zur Grabkammer.

Dann ging er weg.

So war alles in Ordnung.

Abgeschlossen.

Maria aus Magdala und die andere Maria blieben dort.

Sie saßen auf einem Stein.

Starrten vor sich hin.

Sie hatten Jesus geliebt, verehrt, bewundert, geschätzt.

Man hatte sie geschändet. Ihnen das Liebste entrissen.

Sie wehklagten, konnten aber nicht weinen.

Blick in den Himmel.

Wolkenlos.

Warum scheint noch immer die Sonne?

Auch die Pharisäer schickten Wachen zu Grab.

Schließlich hatte Jesus gesagt, er werde nach drei Tagen auferstehen.

Zumindest drei Tage müssen die Wachen verharren.

Sie lehnen sich gegen den Stein.

Gelangweilt.

Soldaten müssen geübt sein im Warten.

Dann schalten sie ab.

Denken an etwas Schönes.

Vielleicht denken sie auch nicht. Nichts.

Dieser Samstag ist ein langweiliger Tag.

Daher beschließen auch die beiden Frauen, heim zu gehen.

Die Wachen bleiben.

Sie spielen mit dem Handy. Aber es gibt nicht viele neue Nachrichten.

„Wenn das vorbei ist, beantrage ich Urlaub.“ Sagt der eine.

„Wohin willst Du fahren?“ Fragt der andere.

„Nach Malle.“

Der andere gibt keine Antwort.

„Trinken, saufen, an der Bar sitzen, Mädchen anglotzen.“

„Schwachsinn.“ Sagt der andere.

Ostersonntag

Ostersonntag

Es ist noch finster.

Die Sonne ist nicht aufgegangen.

Maria Magdalena konnte in dieser Nacht nicht schlafen.

Herumwälzen.

Schweiß auf der Stirne.

Es ist selbst in der Nacht heiß.

So stand sie auf.

Zähneputzen.

Das Gesicht waschen.

In die Kleider schlüpfen.

Sie verlässt das Haus.

Niemand hört sie.

Ganz leise.

Auf Socken.

Leicht schimmert die aufgehende Sonne hervor.

Maria Magdalena steht vor dem Grab.

Erschrickt.

Einer der Wachen schläft.

Der andere ist weg.

Vielleicht in Malle.

Geflohen.

Sie steht vor dem Grab und erkennt, dass der Stein zur Seite geschoben wurde.

Der Stein ist schwer.

Ein Mann allein kann ihn nicht bewegen.

Wer hat sich am Grab vergriffen.

Dort leuchtet es.

Noch ist es dunkel.

Im Grab leuchtet es.

Maria Magdalena Maria blieb in aller Vorsicht

Draußen vor dem Grab.

Stehen.

Mit Herzklopfen.

Weinend.

Dann beugte sie sich doch nach vorne.

Sie erkennt etwas.

Zwei Gestalten in weißen Gewändern.

Sie sitzen, einer zu Häupten, einer zu den Füßen, wo der Leichnam Jesu gelegen hatte.

Maria erkennt, dass es Engel sein müssen.

Es sind die ersten Engel, denen sie begegnet ist.

Gibt es Engel?

Sie hatte sich darüber noch keine Gedanken gemacht.

Jetzt muss sie die Frage bejahen.

Es gibt Engel.

Sie sprechen sogar mit ihr.

„Frau, was weinst du?“

Das sollten Engel eigentlich wissen.

„Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.“

Der Engel gibt keine Antwort.

Maria bemerkt eine Bewegung hinter sich.

So dreht sie sich um.

Da steht noch ein Engel.

Er stellt die gleiche Frage.

„Frau, was weinst du? Wen suchst du?“

Nein, das ist kein Engel.

Nicht so leuchtend.

Eher normal.

Der Gärtner vielleicht.

Weiß er mehr?

„Herr, hast du ihn weggetragen?“

Ein Verdacht.

Er nickt.

„Sag mir bitte, wohin. Ich will ihn holen.“

Er spricht.

Nur ein Wort.

„Maria.“

Erschrecken.

Erkenntnis.

Wiedererkennen.

„Du bist es!“

Sie will auf ihn losstürzen.

Das ist verständlich.

Er hält sie zurück.

„Rühr mich nicht an.“

Sie ist enttäuscht.

Aber versteht.

Versteht nicht.

„Ich bin noch nicht auferstanden.“

Er sagt das ganz sachlich.

Wie: Ich habe noch nicht gefrühstückt.

Sie weiß nicht, was sie antworten soll.

Sie weiß nur, dass sie Größeres erlebt hat, als sie je verstehen kann.

Nicht fragen, wie alles geschehen ist.

Der Stein. Das Aufstehen, das Warten auf die Auferstehung.

Wunder.

Natürlich, wenn dies kein Wunder ist.

„Maria gehe zu den Brüdern und Schwestern. Erzähle, was Du erlebt hast.

Ich werde bald auferstehen, zu meinem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.“

Maria nickt und steht stumm da.

Es dauert bis sie die Worte versteht.

Sie klingen gut.

Sie kann sich die Auferstehung nicht vorstellen. Aber sie hat den ersten Satz verstanden.

Gehe.

Und schon läuft sie los. Den kleinen Weg entlang, der in die Stadt führt.

Durch die Gassen, in die jetzt schon Sonnenlicht fällt.

Sie läuft so schnell sie kann.

Die Beine bewegen sich rhythmisch.

Sie kommt außer Atem.

Sie muss kurz anhalten, um durchzuatmen.

Dann geht es weiter.

Er lebt.

Irgendwie.

Was soll sie sagen?

Sie trifft die Jünger im Gemeindehaus an.

Sie schreit.

„Ich habe den Herrn gesehen.“

Die Jünger wollen es nicht glauben.

Können es nicht glauben.

Fragen stürzen auf Maria ein.

Fragt, so viel ihr wollt.

Ich kann euch nichts antworten.

Aber ich habe ihn gesehen. Der Stein vor dem Grab liegt auf der Seite.

Starke Mächte haben ihn verrückt.

Und Engel habe ich gesehen.

Vor allen Dingen aber den Herrn.

Nun sputen sich auch Petrus und ein anderer Jünger.

Sie hetzen zum Grab.

Es laufen miteinander.

Der andere Jünger läuft voraus, schneller als Petrus.

Daher kommt er als Erster zum Grab,

schaut hinein,

sieht die Leinentücher liegen.

Er geht aber nicht hinein in das Grab.

Aber Simon Petrus.

Er betritt das Grab.

Er sieht die Leinentücher liegen und das Schweißtuch.

Das Schweißtuch bedeckte Jesu Haupt.

Es liegt nicht bei den Leinentüchern, sondern daneben, zusammengewickelt.

Sie verstehen die Zeichen nicht.

Sie wissen nur, der Leichnam ist weg.

Eine Tatsache.

Maria hat ihn gesehen.

Stimmt das?

Wo ist er jetzt?

Sehen sich an.

Fragen sich.

Haben keine Antworten.

So gehen sie zurück, zu den anderen.

Berichten.

Hoffnung.

Hoffnung ist Warten.

Ostermontag

Ostermontag


An diesem Tag marschieren zwei Jünger auf der Straße

Unterwegs zu dem Dorf Emmaus.

Zehn Kilometer von Jerusalem entfernt.

Sie tragen bequeme Wanderschuhe.

Jung, stark und traurig.

Sie unterhalten sich.

Über alles, was sie in den letzten Tagen erlebten.

Was sie nicht verstehen.

Sie diskutieren über das Ende.

Die Kreuzigung ist das Ende ihrer Gemeinschaft.

Ohne die Kraft und Zuversicht des Meisters sind sie verloren.

Nur er hatte diese Spiritualität.

Nur er konnte die Welt erklären.

Es wäre so schön gewesen.

Warum?

Sie stellten sich die Frage, die sich die Menschen nicht beantworten können.

So wird es immer sein.

Die Menschen werden keine Antwort finden.

Während sie über das Warum reden

Gesellt sich ein Mann hinzu.

Leichten Schrittes.

„Darf ich mit Euch gehen?“

Natürlich.

Sie schreiten kräftig aus.

Der Mann ist barfuß. Trotzdem kräftige Schritte.

„Über was unterhaltet Ihr Euch?“

Die Frage ist ein Dammbruch.

Sie schütten die Worte und Sätze heraus.

Was sie bewegt.

Was sie erlebten.

Wie das Schicksal zuschlug.

Ihr Begleiter hört sie an. Ruhig.

Sie wundern sich: „Kommst Du aus der Ferne?

Weil Du nicht weißt, was sich in Jerusalem ereignet hat.“

„War es wichtig?“

Lebenswichtig.

Jesus aus Nazareth wurde gekreuzigt.

Er war ein großer Prophet.

Er offenbarte dem Volk die Wunder.

Er lehrte ihm Gottes Worte.

Aber die Mächtigen unseres Landes verärgerte er.

Der jüdische Rat verurteilte ihn zum Tode.

Daher wurde er gekreuzigt.

Wie ein Weltuntergang.

Wir dachten, er sei unser Retter.

Und einige Frauen haben uns in Aufregung versetzt.

Sie behaupteten, dass sie Jesus gesehen haben.

Nach der Kreujzigung.

Unmöglich.

Gekreuzigt, begraben. Aus.

Das Grab war zwar leer.

Aber kein Mensch kann eine Kreuzigung überleben.

So reden sie.

Ereifern sich.

Schreiten kräftig aus.

Werden immer schneller.

Vor Erregung. Schweiß steht auf ihrer Stimme.

Da sagt er,

Jesus,

„Ihr seid begriffsstutzig.

Habt Ihr die Propheten nicht gelesen?

Musste das nicht so geschehen?

Erst dann kann die Herrlichkeit anbrechen.“

Die beiden Männer bleiben abrupt stehen.

Sehen ihren Begleiter an.

Denken nach.

Er hat recht.

Die Schriften vergessen.

Nicht gekümmert.

„Du kennst Dich gut aus. Kannst Du uns mehr erklären?“

Ihr Begleiter,

Jesus,

erklärt ihnen, was in der Heiligen Schrift über ihn geschrieben war.

Es wird eine Bibelstunde.

Eine biblische Stunde.

Angefangen bei Mose bis hin zu allen Propheten.

Die beiden Männer lassen ihren Begleiter reden.

Keine Unterbrechung.

Blick nach vorne auf den Weg.

Plötzlich verstehen sie.

Was sie noch nie verinnerlicht hatten.

Klarheit.

Wie eine Gleichung

Und ihre Lösung.

So erreichen sie das Dorf, zu dem sie unterwegs sind.

Ihr Begleiter,

Jesus,

tat so, als wolle er weiterziehen.

Sie aber bedrängen ihn.

„Bleib doch bei uns! Es ist fast Abend, und der Tag geht zu Ende!“

Ein guter Grund.

So überreden sie ihn.

Sie gehen alle zusammen ins Haus und bleiben dort.

Später lassen sie sich zum Essen nieder.

Ihr Begleiter,

Jesus,

nimmt das Brot,

dankt Gott,

bricht das Brot in Stücke

und gibt es ihnen.

Da fällt es ihnen wie Schuppen von den Augen,

sie erkennen ihn.

Er ist es.

Wirklich.

Im selben Augenblick verschwindet er vor ihnen.

Wo ist der Meister?

Hast Du ihn gesehen?

Nein, ich auch nicht.

Sie verstehen und sie verstehen nicht.

Sie können keinen klaren Gedanken fassen.

Hätten sie ihn nicht schon auf der Wanderung erkennen müssen?

Er konnte ihnen so viel erklären.

Er füllte sie mit Erkenntnis.

Aber zumindest jetzt.

Bei diesem Abendmahl.

Beim Brotbrechen.

Erkannten sie ihn.

Nun fahren sie hoch.

Lassen alles liegen und stehen.

Und brechen auf.

Wandern zurück nach Jerusalem.

Sie laufen noch schneller.

Sie hätten sich ein Auto gewünscht, damit sie schnell vorwärtskommen.

Aber nun hasten sie.

Schweißgebadet.

Sie kommen im Gemeindehaus an.

Klopfen.

Warum öffnen sie nicht.

Es dauert endlos.

Klopfen.

Vorsichtig wird die Tür geöffnert.

Die Jünger werden erkannt.

Angst vor der Polizei.

Kommt herein.

Die elf Jünger sind beieinander,

zusammen mit allen anderen, die zu ihnen gehörten.

Alle schrecken zusammen, als sie in den Raum poldern.

Die beiden schreien:

„Der Herr ist wirklich auferstanden!“

Die anderen erheben sich voller Freude.

„Er ist auch Simon erschienen.“

Die beiden erzählen,

was sie unterwegs erlebt haben,

wie sie den Herrn erkannt haben:

Als er das Brot in Stücke brach.

„Der Herr ist wirklich auferstanden!“

Ein Freudenchor.

Von der Dummheit zur Weisheit

Das Loch im Gehsteig


 

Es ist eine Geschichte zwischen Dummheit und Weisheit. Man wird unweigerlich gezwungen, darüber nachzudenken, was Weisheit und was Dummheit ist. Die Geschichte beginnt mit einer Dummheit. So allmählich übernimmt die Weisheit. Die Sachlage ist einfach: Man bemerkt auf einem Weg ein Loch. Wie reagiert man? Diese Geschichte gibt die Antwort. Faszinierend wie viele verschiedene Varianten es von dieser Geschichte gibt.

 

 

Ich gehe die Straße entlang.

Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.

Ich falle hinein.

Ich bin verloren, ich bin ohne alle Hoffnung.

Es ist nicht meine Schuld.
Aber es dauert endlos, wieder herauszukommen.

 

Ich gehe dieselbe Straße entlang.

Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.

Ich tue so, als sehe ich es nicht.

Ich falle wieder hinein.

Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein.

Aber es ist nicht meine Schuld.

Immer noch dauert es sehr lange, herauszukommen.

 

Ich gehe dieselbe Straße entlang.

Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.

Ich sehe es.

Ich falle wieder hinein, aus Gewohnheit.

Meine Augen sind offen. Ich weiß, wo ich bin.

Es ist meine eigene Schuld.

Ich komme sofort heraus.

Ich gehe dieselbe Straße entlang.

Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.

Ich sehe es. Ich bin darauf vorbereitet.

Ich beschließe die Straßenseite zu wechseln.

Auf dieser Seite gibt es kein Loch.

 

„Kunst“Bilder zum Krieg

"Kunst"Bilder zum Krieg

Bilder zum Krieg. Ich hätte nicht gedacht, dass ich jemals einen Impuls verspüre Bilder zum Krieg zu schaffen. Es ist nicht als Kriegs-Kunst zu verstehen, sondern eher als Kriegs-Schmerzen in Kunstform.

Rette mich vor Putins Bomben – Psalm 109

Rette mich vor Putins Bomben

Es ist erschreckend. Ich habe in der Bibel einen Psalm gefunden, den 109., den man mit ganz wenigen Worten und Sätzen umformulieren kann. Schon hat man einen aktuellen Krisenpsalm. Wie wenig hat sich die Welt in 5000 Jahren geändert. Ich füge zuerst den geänderten Psalm an und am Schluss das Original.

Rette mich vor Putins Bomben, Psalm 109

Dich Gott habe ich gelobt und gepriesen. Nun bitte ich Dich, ein Machtwort zu sprechen. Denn gottlose Verleumder, Medienmenschen, orthodoxe Priester, Politiker haben ihr Lügenmaul aufgerissen, um mir zu schaden. Nur Lug und Trug kommt über ihre Lippen und über die Tasten ihrer Computer.
Sie reden hasserfüllt, führen ohne Anlass Krieg gegen mich und verbieten sogar, dass dieser Krieg bei seinem Namen genannt wird.

Ich wollte mit meinen Nachbarn in Frieden zusammenleben, doch sie feindeten mich an.
Ich aber bleibe unbeirrt im Gebet. Sie haben mir Gutes mit Bösem vergolten, und meine Liebe erwiderten sie mit Hass.
Schicke einen Ankläger, der gegen meinen Feind auftritt und einen Richter, der gerecht urteilt. Aus dem Verfahren gehe er als schuldig hervor, selbst sein Gebet werde ihm zur Sünde. Seine Lebenszeit sei kurz, sein Amt soll ein anderer übernehmen.

Zu Waisen mögen seine Kinder werden und seine Frau zur Witwe.
Seine Kinder und alle Oligarchen, die ihn unterstützt haben, sollen bettelnd umherirren
und die Ruinen ihrer Häuser und Jachten nach Überresten durchsuchen.
All ihr Hab und Gut soll eingezogen werden, Fremde mögen plündern, was er mit Mühe erwarb. Er finde niemanden, der sein Andenken in Ehren hält und seine verwaisten Kinder beschenkt. Sein Name soll von der Erde getilgt werden.

Seine Nachkommen sollen aussterben, in der folgenden Generation erlösche ihr Name für immer. All das treffe meinen Feind`, weil ihm nie in den Sinn kam, Liebe zu üben.
Stattdessen verfolgt er seine Brüder und Schwestern, die von Leid und Elend geplagt sind; er ermordet die, deren Herzen verzweifelt sind.

Den Fluch hat er geliebt, so möge dieser ihn nun treffen. Am Segen fand er kein Gefallen, so bleibe der auch von ihm fern. Der Fluch war ihm schon vertraut – er hüllte sich darin ein wie in einen Mantel. Darum soll er auch verkommen in seinem Öl und Gas.

Du aber, Herr, Herrscher über alle, hilf mir doch und steh dafür mit deinem Namen ein. Versage den Bomben ihre Sprengkraft. Lass die Flugzeuge nicht aufsteigen und die Panzer nicht rollen. Rette mich, weil du reich an Gnade bist! Ich bin arm und vom Leid gebeugt, und mein Herz ist verwundet. Wie die Städte zu Ruinen wurden, so schwinde auch ich dahin. Ich werde aus dem Leben verscheucht.

Hilf mir, Herr, mein Gott, rette mich, weil du doch gnädig bist! Lass alle erkennen, dass deine Hand Wunder vollbringt, dass du, Herr, mich verteidigt und die feindlichen Soldaten niedergerungen hast.

Meine Feinde verfluchen mich, du aber segnest mich. Sie greifen an und stehen doch zuletzt beschämt da, während ich, dein Diener, mich freuen darf. Ja, meine Feinde werden mit Schmach bedeckt wie mit einem Gewand, Schande umgibt sie wie ein Mantel.

Ich aber werde den Herrn laut preisen und mitten unter vielen Menschen ihn rühmen.
Denn der Herr und alle Völker der Welt stehen mir zur Seite und geben mir Hoffnung und Heimat. Der Herr hilft gegen alle Tyrannen der Welt.

 

 

Rette mich vor dem Hass meiner Feinde! (Original)

Du, Gott, dem ich meine Loblieder singe, schweige doch nicht!
Denn gottlose Verleumder haben ihr Lügenmaul aufgerissen, um mir zu schaden.
Als sie mit mir redeten, kam nur Lug und Trug über ihre Lippen.
Mit hasserfüllten Worten haben sie mich umringt
und ohne einen Anlass Krieg gegen mich geführt.

Ich erwies ihnen Liebe, und doch feindeten sie mich an.
Ich aber bleibe unbeirrt im Gebet.
Sie haben mir Gutes mit Bösem vergolten,
und meine Liebe erwiderten sie mit Hass.

Lass doch einen gewissenlosen Richter gegen meinen Feind auftreten,
und ein Ankläger stehe ´im Gericht` zu seiner Rechten.
Aus dem Verfahren gehe er als schuldig hervor,
selbst sein Gebet werde ihm zur Sünde.
Seine Lebenszeit sei kurz,
sein Amt soll ein anderer übernehmen.

Zu Waisen mögen seine Kinder werden
und seine Frau zur Witwe.
10 Seine Kinder sollen bettelnd umherirren
und die Ruinen ihres Hauses nach Überresten durchsuchen.
11 Auf all sein Hab und Gut erhebe der Gläubiger Anspruch,
Fremde mögen plündern, was er mit Mühe erwarb.
12 Er finde niemanden, der sein Andenken in Ehren hält
und seine verwaisten Kinder beschenkt.

13 Seine Nachkommen sollen aussterben,
in der folgenden Generation erlösche ihr Name für immer.
14 Die Schuld seiner Vorfahren bleibe beim Herrn in Erinnerung,
und die Sünde seiner Mutter werde nicht ausgelöscht:
15 Ja, ihre Vergehen seien dem Herrn beständig vor Augen,
niemand auf der Erde soll sich mehr an diese Menschen erinnern.

16 ´All das treffe meinen Feind`, weil ihm nie in den Sinn kam, Liebe zu üben.
Stattdessen verfolgte er den, der von Leid und Elend geplagt wurde;
ja, ermorden wollte er ihn, dessen Herz verzweifelt war.

17 Den Fluch hat er geliebt, so möge dieser ihn nun treffen.
Am Segen fand er kein Gefallen, so bleibe der auch von ihm fern.
18 Der Fluch war ihm schon vertraut – er hüllte sich darin ein wie in einen Mantel.
Darum soll der Fluch in ihn eindringen wie Wasser
und wie Öl, das in die Haut einzieht.

19 Ja, umhüllen soll ihn der Fluch wie ein Gewand,
er soll ihn umgeben wie ein Gürtel, den er nicht mehr ablegt.
20 Diese Strafe möge der Herr über meine Feinde verhängen,
über alle, die nur Böses über mich reden.

21 Du aber, Herr, Herrscher über alle, hilf mir doch und steh dafür mit deinem Namen ein[j]!
Rette mich, weil du reich an Gnade bist!

22 Ich bin arm und vom Leid gebeugt,
und mein Herz ist verwundet.
23 Wie der Schatten immer länger wird, ´bevor er verschwindet,`
so schwinde ich dahin;
wie eine Heuschrecke abgeschüttelt wird, so werde ich aus dem Leben verscheucht.

24 Vom vielen Fasten bin ich so schwach geworden, dass meine Beine zittern,
und ich bin abgemagert bis auf die Knochen.
25 Für meine Feinde bin ich die Zielscheibe für Hohn und Spott,
sie sehen mich und schütteln nur noch den Kopf.

26 Hilf mir, Herr, mein Gott,
rette mich, weil du doch gnädig bist!
27 Lass alle erkennen, dass deine Hand Wunder vollbringt,
dass du, Herr, gehandelt hast.

28 Sie zwar verfluchen mich, du aber segnest.
Sie greifen an und stehen doch zuletzt beschämt da,
während ich, dein Diener, mich freuen darf.
29 Ja, meine Feinde werden mit Schmach bedeckt wie mit einem Gewand,
Schande umgibt sie wie ein Mantel.

30 Ich aber werde den Herrn laut preisen
und mitten unter vielen Menschen ihn rühmen.
31 Denn er steht dem Armen zur Seite,
er hilft ihm gegen alle, die sich als Richter über sein Leben aufspielen.