Reise-ver-führer über Oberfranken

Reise-ver-führer über Oberfranken

Die Fränkische Schweiz Eine Symphonie aus Stein, Wasser und Romantik

Im Städtedreieck Nürnberg, Bamberg und Bayreuth liegt eine der markantesten Landschaften Deutschlands: die Fränkische Schweiz. Keine Alpen, aber eine Mittelgebirgswelt von bizarrer Schönheit – geprägt von schroffen Felsnadeln, tief eingeschnittenen Tälern und einer jahrtausendealten Kulturlandschaft, in der sich Geologie, Geschichte und Genuss auf einzigartige Weise verweben.

Ihren Charakter verdankt die Region einem tropischen Flachmeer des Weißen Jura: Die einstigen Korallenriffe blieben als harte Dolomitfelsen stehen, während Wasser und Erosion im Untergrund mehr als 1.000 Höhlen schufen – das „Land der tausend Höhlen“. Die exponierten Felsen boten im Mittelalter ideale Positionen für Burganlagen; kaum eine Region Europas ist burgenreicher. Ihren heutigen Namen erhielt die Landschaft erst im 19. Jahrhundert durch Romantiker wie Ludwig Tieck, die die wildromantische Schönheit mit der Schweiz verglichen.

Kulturell ist die Region tief katholisch geprägt. Sichtbarster Ausdruck ist der Osterbrunnenschmuck: tausende handbemalte Eier, die zur Osterzeit die Dorfbrunnen zieren. Kulinarisch regieren Schäuferla, blaue Zipfel und frisches Bauernbrot – getrunken wird das lokale Bier, im Sommer am liebsten „auf dem Keller“. Die Fränkische Schweiz besitzt die höchste Brauereidichte der Welt.

Ob Wallfahrtsbasilika Gößweinstein, Schauhöhlen mit Tropfsteinen und Höhlenbären-Skeletten oder das keltische Walberla – die Dichte an Sehenswürdigkeiten ist bemerkenswert. Sportler finden eines der bedeutendsten Klettergebiete der Welt, Wanderer ein dichtes Wegenetz, Paddler die idyllische Wiesent. Die Fränkische Schweiz ist Rauheit und Sanftheit zugleich – und hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

Goldglanz und Visionen Die Entdeckung der fränkischen Barockwelt in Oberfranken

Wo einst der Dreißigjährige Krieg Trümmer hinterließ, erschufen visionäre Herrscher wie die Schönborns eine Landschaft wie eine Theaterkulisse. Aus den Ruinen einer dunklen Zeit wuchs ein goldenes Zeitalter heran, das bis heute nachwirkt.

Tauchen Sie ein in die fränkische Barockwelt: Ihre Reise führt von der Neuen Residenz in Bamberg bis zur Ehrenburg in Coburg. Unternehmen Sie einen Rundgang durch die Schlössergemeinde Küps und wagen Sie einen Sprung über die Grenze nach Thüringen ins malerische Ummerstadt, die kleinste Stadt der Region. Im „Gottesgarten“ am Obermain blicken sich die Giganten Kloster Banz und Balthasar Neumanns Vierzehnheiligen direkt an – ein Rausch aus Licht, Engeln und Sandstein. Hier warten nicht nur prachtvolle Burgen und Schlösser, sondern auch idyllische Ortschaften im fränkischen Fachwerkkleid auf ihre Entdeckung.

Doch Oberfranken ist kein Museum. Zwischen UNESCO-Welterbe und lebendiger Braukultur gehen Geschichte und Moderne hier eine entspannte Symbiose ein. Besuchen Sie eine Region, deren Identität seit 300 Jahren strahlt.

Von Grautönen zum Barockglanz nimmt den Leser mit auf eine Entdeckungsreise durch den nördlichsten Zipfel Bayerns – jenen oft übersehenen Korridor zwischen Hof und Bayreuth, der so viel mehr zu bieten hat als sein unscheinbarer Ruf vermuten lässt. Fernab der Alpenkulissen und Münchner Schickeria liegt hier eine Region mit Tiefenschärfe: geprägt von Geschichte, Brüchen und einer stillen, aber gewaltigen Schönheit, die sich dem flüchtigen Blick entzieht.

Die Reise beginnt in Hof an der Saale – einer Stadt, die man lange als „Bayerisch Sibirien“ abtat und die dennoch nie aufgehört hat, stolz zu sein. Als einstiger Handelsplatz und Zentrum der Textilindustrie trägt Hof seine Vergangenheit offen zur Schau, ohne sich dafür zu entschuldigen. Jahrzehntelang war sie eine Sackgasse der westlichen Welt, abgeschnitten von ihrem natürlichen Umland durch den Eisernen Vorhang. Heute liegt sie wieder in der Mitte Europas – und wer durch ihre Straßen geht, spürt, was echte Resilienz bedeutet.

Weiter führt der Weg durch das ehemalige Grenzgebiet, wo aus dem einstigen Todesstreifen das Grüne Band geworden ist: ein blühendes Biotop, das Wunden in Wunder verwandelt hat. Der Frankenwald und das Fichtelgebirge formen hier eine Landschaft für Entdecker – mit würziger Luft, echten Wintern und einer meditativen Stille, die schon den Dichter Jean Paul inspirierte. Er ist der Genius Loci dieser Region: geboren im Fichtelgebirge, aufgewachsen im idyllischen Joditz, zur Schule gegangen in Hof und gestorben in Bayreuth. Sein Leben selbst ist die Klammer, die diesen Landstrich zusammenhält, und der nach ihm benannte Wanderweg lädt ein, seinen Spuren zu folgen.

Den krönenden Abschluss bildet Bayreuth – eine Stadt von gerade 75.000 Einwohnern, die dennoch Weltkultur in einer Dichte beherbergt, die schwindelerregend ist. Das markgräfliche Opernhaus, UNESCO-Welterbe und Denkmal des künstlerischen Willens der Markgräfin Wilhelmine, steht neben dem Grünen Hügel Wagners, den Wasserspielen der Eremitage und einer modernen Universität, die in den Materialwissenschaften weltweit Maßstäbe setzt. Tradition und Innovation, Barock und Gegenwart – in Bayreuth schließen sie sich nicht aus, sie bedingen einander.

Was bleibt, ist die Erkenntnis: Dieser Streifen Oberfrankens ist kein Postkarten-Bayern. Er ist etwas Wertvolleres – ein Landstrich, der nicht laut schreit, sondern durch Substanz überzeugt. Ein Buch für alle, die das echte Deutschland suchen und bereit sind, genauer hinzuschauen.

Wenn die Zeit leiser wird

Wenn die Zeit leiser wird

Wenn die Zeit leiser wird: Ein Wegweiser durch Alter und Abschied

Der Gedanke an das Lebensende mag beängstigend sein, doch er ist auch eine Einladung, unsere Existenz bewusst zu gestalten. Schwanfelders Ratgeber „Wenn die Zeit leiser wird“ ist weit mehr als ein praktischer Leitfaden; er ist ein warmherziger Freund, der dich einfühlsam und sachlich auf diesem unvermeidlichen Weg begleitet.

Mit Geschichten, philosophischen Einsichten und einem feinen Sinn für Humor nimmt der Autor die Angst vor dem Abschied. Er zeigt, wie der Tod als natürlicher Teil des Lebens, gleichwertig der Geburt, betrachtet werden kann und ermutigt dazu, das Unbekannte mit Gelassenheit zu betrachten.

Von der Lebensbilanz über rechtliche Klarheit mit Vorsorgevollmachten und Testamenten bis hin zur Bestattungsverfügung und digitalen Nachlassregelung – dieses Buch bietet umfassende Orientierung. Zahlreiche Checklisten erleichtern die praktischen Schritte und entlasten nicht nur dich selbst, sondern auch deine Liebsten.

„Wenn die Zeit leiser wird“ ist ein unverzichtbarer Begleiter für alle, die das Alter bewusst leben und dem Abschied mit Zuversicht begegnen möchten. Es inspiriert dazu, die eigenen Spuren auf dieser Welt bewusst zu gestalten und lädt dazu ein, über das Leben, das Sterben und das, was danach kommt, nachzudenken. Ein Buch, das Trost spendet, informiert und neue Perspektiven eröffnet.

Meine Welt der Psalmen

Meine Welt der Psalmen

Reden darf man.

Mit Gott. Mit sich selbst. Mit dem Schweigen, das antwortet — oder auch nicht.
Psalmen sind die älteste Form dieses Gesprächs. Sie kennen keine Höflichkeit, keine Schönfärberei. In ihnen darf man klagen und danken, zweifeln und jubeln, anklagen und vertrauen — alles im selben Atemzug.

Werner Schwanfelder schreibt Psalmen für heute.

Für den Mann, der seinen Geschmack nach schwerer Krankheit verloren hat — und den Tag feiert, an dem er Salz in der Suppe schmeckt. Für die Frau auf der Verkehrsinsel, die ihre Luftballons loslässt, weil niemand sie annehmen wollte. Für alle, die nachts wach liegen und nicht wissen, an wen sie sich wenden sollen. Und es trotzdem tun.

Diese Psalmen sprechen von Einsamkeit in der Stadt und Sehnsucht nach Himmel. Von Krankheit, Heilung und der stillen Frage, warum beides nötig war. Von Ungerechtigkeit, Protest und der zärtlichen Hoffnung, dass das Licht noch leuchtet. Von Verlust und Neubeginn, von Dankbarkeit und Zweifel — oft im selben Satz.

Sie müssen nicht gläubig sein, um dieses Buch zu lesen.
Sie müssen nur ehrlich sein.

Dieses Buch richtet sich an Christen und Nicht-Gläubige, an Suchende und Zweifelnde, an alle, die das Leben in Worte fassen wollen — und entdecken, dass das bereits ein Gebet ist.

Am Ende lädt Werner Schwanfelder Sie ein, Ihren eigenen Psalm zu wagen. In Ihren Worten. Über Ihr Leben. Ohne Formvorschriften. Ohne Angst vor Unvollkommenheit.

Denn Psalmen machen frei.

Die Welt schweigt nicht. Und wir sollten es auch nicht.

Ein Bestatter, der Rechnungen schreibt und über den Tod nachdenkt. Ein Bergmann, der erkennt, was er angerichtet hat. Ein junges Mensch in der Psychiatrie, das die Angst kennt, die keine Sprache hat. Fischer, deren Dorf im Meer versinkt. Ein Helfer in der Wüste Somalias, der bald nach Hause fährt — wo alles in Ordnung ist.

Das sind keine frommen Texte.

Das sind Gebete mit Zähnen.

Sie klagen an. Sie zweifeln. Sie verfluchen. Sie flehen. Und manchmal — ganz leise — hoffen sie.

Die Psalmen der Bibel waren nie zimperlich. David schrie seinen Gott an. Hiob klagte, bis die Worte ausgingen. Ernesto Cardenal schrieb Psalmen im Bürgerkrieg — weil Beten und Aufbegehren dasselbe sein können.

Diese Psalmen stehen in dieser Tradition. Sie sprechen von heute. Von Klimakrise und Kapitalismus. Von Europa und Einsamkeit. Von Widerstand und Erschöpfung. Von dem, was es bedeutet, ein Mensch zu sein in einer Welt, die taumelt.

Für alle, die das Schweigen satthaben — aber auch das leere Gerede.
Für alle, die beten wollen, ohne sich zu verbiegen.
Für alle, die wütend sind und nach Worten suchen für ihre Wut.

Lesen Sie diese Psalmen laut. Oder still. Allein oder mit anderen.

Und wenn Sie danach das Buch weglegen und einen Moment innehalten — dann haben sie ihre Arbeit getan.

Zwischen Schrei und Jubel – Die Psalmen für unsere Zeit

Was, wenn die ältesten Gebete der Menschheit genau die Worte finden, die dir fehlen?

Die Psalmen sind keine stillen Andachten für den Sonntagmorgen. Sie sind rohe Emotion: Schrei und Zweifel, Wut und Hoffnung, tiefe Verzweiflung und überwältigende Dankbarkeit. Seit Jahrtausenden sprechen Menschen sie in ihren dunkelsten Stunden – und in ihren hellsten.

Dieses Buch holt die Psalmen aus der Ferne alter Sprache und stellt sie mitten in unser Leben. Es erzählt von Menschen am Rand ihrer Kräfte, von Fragen ohne einfache Antworten, von Ungerechtigkeit, die laut schreit – und von einem Vertrauen, das trotzdem trägt. In einer Sprache, die heutige Erfahrungen ernst nimmt: Burnout und Einsamkeit, Verrat und Sehnsucht, Ohnmacht und Aufbruch.

Hier begegnet uns ein Gott, der nicht schweigt. Der hört, wenn Stimmen brechen. Der bleibt, wenn alles andere zerfällt.

Zwischen Schrei und Jubel ist für alle, die nicht mehr wissen, wie sie beten sollen – und für alle, die nie gedacht hätten, dass sie es tun würden. Für Zweifelnde, Wütende, Dankbare. Für Suchende.

Und für alle, die sich fragen: Bin ich damit allein?

Die Antwort der Psalmen ist seit dreitausend Jahren dieselbe: Nein.

150 Psalmen. Neu übertragen. Radikal ehrlich. Für heute.

 

Wenn die Zeit leiser wird

Wenn die Zeit leiser wird

Ein Wegweiser durch Alter und Abschied

Wenn die Zeit leiser wird: Ein Wegweiser durch Alter und Abschied

Der Gedanke an das Lebensende mag beängstigend sein, doch er ist auch eine Einladung, unsere Existenz bewusst zu gestalten. Schwanfelders Ratgeber „Wenn die Zeit leiser wird“ ist weit mehr als ein praktischer Leitfaden; er ist ein warmherziger Freund, der dich einfühlsam und sachlich auf diesem unvermeidlichen Weg begleitet.

Mit Geschichten, philosophischen Einsichten und einem feinen Sinn für Humor nimmt der Autor die Angst vor dem Abschied. Er zeigt, wie der Tod als natürlicher Teil des Lebens, gleichwertig der Geburt, betrachtet werden kann und ermutigt dazu, das Unbekannte mit Gelassenheit zu betrachten.

Von der Lebensbilanz über rechtliche Klarheit mit Vorsorgevollmachten und Testamenten bis hin zur Bestattungsverfügung und digitalen Nachlassregelung – dieses Buch bietet umfassende Orientierung. Zahlreiche Checklisten erleichtern die praktischen Schritte und entlasten nicht nur dich selbst, sondern auch deine Liebsten.

„Wenn die Zeit leiser wird“ ist ein unverzichtbarer Begleiter für alle, die das Alter bewusst leben und dem Abschied mit Zuversicht begegnen möchten. Es inspiriert dazu, die eigenen Spuren auf dieser Welt bewusst zu gestalten und lädt dazu ein, über das Leben, das Sterben und das, was danach kommt, nachzudenken. Ein Buch, das Trost spendet, informiert und neue Perspektiven eröffnet.

„Auferstehung“ in Tuchenbach

"Auferstehung" in Tuchenbach

„Auferstehung – Kunst zwischen Leben, Licht und Verwandlung“

 

Nach meiner sehr erfolgreichen Ausstellung „Weg der Kreuze“ habe ich eine neue Ausstellung mit einem weiteren Schritt in dieser Thematik zusammengestellt. Sie trägt den Titel „Auferstehung“. Am 26.3.2026 wurde sie erstmalig in der Friedenskirche von Tuchenbach gezeigt. Nun befindet sie sich (bis Ende Mai) in der St. Laurentius Kirche in Roßtal. Am 10.5. um 19.00 Uhr werde ich in Form einer Andacht in der Kirche in diese Ausstellung einführen und sie erklären. Sie sind dazu herzlich eingeladen.

 

Ab Ende Mai kann ich die Ausstellung anderen Gemeinden zur Verfügung stellen. Die Ausstellung ist für die Gemeinde kostenlos. Ich habe nur die Bitte, dass die Bilder und Texte auch Eingang in die gemeindlichen Veranstaltungen finden. Es ist wichtig, sich mit der Auferstehung auseinander zu setzen.

 

Ich beschäftige mich künstlerisch mit der Auferstehung. Doch was verbirgt sich wirklich hinter diesem Wort? Eine einfache Beschreibung fällt schwer. Das Wort „Auferstehung“ ist eng mit dem persönlichen Glauben verbunden – und wird dadurch zu einem mächtigen, vielschichtigen Konzept der menschlichen Kultur. Es trägt eine schwere, aber zugleich hoffnungsvolle Bedeutung. Eine Definition lässt sich vielleicht noch formulieren, doch die Darstellung dieses Zustandes erscheint fast unmöglich.

Um dennoch eine Vorstellung von Auferstehung zu gewinnen, bietet sich die Kunst an. Ich versuche, Auferstehung in Bildern und Texten erlebbar zu machen. Dabei lösen sich Bild und Wort bewusst von den Realitäten des Lebens und verwandeln sich in Gedanken und Gefühle. So entsteht für den Betrachter eine große Freiheit – Raum für eigene Empfindungen und Deutungen.

 

Veranstaltung in der VHS Obermichelbach: 29.4.2026, 19.30 Uhr

Gemeinsam stark: Warum Franken schon immer bunt war

Veranstaltung der VHS Obermichelbach am 29.4.2026 um 19.30 Uhr

Bitte über die VHS anmelden!!

https://vhs.obermichelbach.de/kurse/kurs/Gemeinsam-stark-musikalische-Lesung/261-1012-O

Haben Sie gewusst, dass manche fränkische Dörfer heute gar nicht mehr existieren würden, wenn niemand zugewandert wäre?

Franken hat eine bewegte Geschichte. Es gab Zeiten, da waren unsere Dörfer menschenleer – bis die Hugenotten aus Frankreich kamen und ihnen neues Leben einhauchten. Es gab Zeiten, da drohten die Bänder stillzustehen – bis die „Gastarbeiter“ unser Wirtschaftswunder retteten. Und heute? Heute verdanken wir unsere Versorgung im Krankenhaus oder den Service im Restaurant erneut Menschen, die ihre Heimat verlassen haben, um Teil der unseren zu werden.

Eine musikalische Spurensuche. Kommen Sie mit auf eine faszinierende Reise durch die fränkische Geschichte. In meiner musikalischen Lesung öffne ich die Geschichtsbücher meiner Heimatforschung und zeige auf: Migration ist keine Krise, sondern seit Jahrhunderten der Motor unseres Wohlstands.

Erleben Sie einen Abend voller Dankbarkeit, Erinnerungskultur und Zuversicht. Entdecken Sie, wie Zuwanderung unsere Wirtschaft stärkt, unsere Kultur bereichert und uns als Gesellschaft zukunftsfähig macht.

Lassen Sie uns gemeinsam zurückblicken, um die Zukunft zu verstehen. Seien Sie unser Gast!

Text: Werner Schwanfelder   Musik: Sieghfried Staab

Auf den Pfaden der Stille

Auf den Pfaden der Stille

Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr wird „still“ genannt. Wenn ich an den Weihnachtstagen durch die Stadt laufe, wirkt sie tatsächlich wie in Watte gepackt. Die Läden sind geschlossen, nur wenige Spaziergänger sind auf den Straßen. Die Sonne heißt uns am Morgen willkommen, in aller Stille. Ich bilde mir ein, sie zu spüren. Ich bin auf der Suche nach meiner Stille.

Hörst Du die Stille? Die Stille am Grab ist eine andere als die nach dem Feuerwerk. Die Stille auf den Fluren eines Altenheims ist eine andere als die in einer Kirche. Die Stille, in der man das Gras wachsen hört, ist eine andere als die nach einer Stunde Kraftsport. Die Stille bei einer Klausuraufsicht ist eine andere als die beim Aufstieg auf den Berggipfel. Die Stille im Bunker von Odessa, in dem die Menschen auf den nächsten Raketeneinschlag warten, ist eine andere als die am Bettchen des schlafenden Kindes. Es gibt eine tödliche Stille und eine schöpferische; es gibt eine lähmende, eine bedrohliche, eine unerträgliche Stille – die Stille vor einem Gewitter zum Beispiel, die sich dann mit Blitz und Donner entlädt. Und es gibt eine beruhigende Stille, in der man seinen eigenen Atem und seine innere Stimme hört, bestärkend und verbindend. Es gibt eine Musik der Stille: den rauschenden Regen, den heulenden Wind, den Schlag einer Turmuhr.

Die Stille nach einem Konzert ist eine andere als die vor einem Konzert. Manchmal stört mich der Applaus, weil er die Stille zerstört. Ist aber bloße Geräuschlosigkeit Stille? Ist Schweigen Stille? Es gibt das Einverständnis-Schweigen, das „Wir-müssen-nicht-dauernd-reden“-Schweigen; es gibt ein Wohlgefühl im Dasein und im Stillsein. Es gibt das beredte Schweigen, das Schweigen, das mehr sagt als tausend Worte und das Zustimmung, Ablehnung, Verlegenheit oder Scham ausdrücken kann. Es gibt auch das verbissene Schweigen, die Sprachlosigkeit, das ätzende Schweigen nach dem Streit unterm Christbaum, das kampfbereite und zersetzende Schweigen nach verbalen Angriffen, das Schweigen, wenn jemand mundtot gemacht wird.

Das aggressive Schweigen ist keine Stille. Vielleicht kommt die Stille, wenn die Nerven sich wieder beruhigen, wenn etwas Trauriges und Ohnmächtiges wächst – ein Gefühl, mit dem eine achselzuckende Art von Gelassenheit einhergeht. Dann kann die Stille der Friedensschluss sein mit dem, was gerade ist – und zugleich ein Kraftschöpfen, um wieder an die Möglichkeit der Veränderung zu glauben.

Ich verordnete mir Stille, wenn ich schreibe, wenn ich denke, wenn ich erschaffe. Die Schöpfung kann nur aus der Stille entstehen. Manchmal hoffe ich jedoch auch, dass das Telefon meine Stille stört, liebevolle Worte an mein Ohr dringen. Dass mich jemand besucht und meine Stille zerstört. Viel zu häufig lasse ich Fernsehen und Radio meine Stille verletzen. Sie reißen mich in die Sinnlosigkeit und Hoffnungslosigkeit. Ich muss mir die Stille zurückerobern.

Eine Seele ohne Stille ist wie eine Stadt ohne Schutz. Stille ist kein physikalischer oder physischer Zustand, sondern vor allem ein psychischer. Stille ist innere Ruhe; sie ist ein seelischer Vorgang. Kreativität braucht diese Stille. Auch die Gesellschaft braucht Stille – jedenfalls ab und zu. Manchmal erlebe ich, dass sich die Kommunikation beschleunigt, aber die Gesellschaft, die Weltgemeinschaft, kommt nicht vom Fleck – nicht politisch, nicht gesellschaftlich, nicht sozial. Dann entflieht mir die Stille und das Leben schreit mich an. Ein rasender Stillstand beschreibt unsere heutige Gesellschaft. Viel zu viele Neuigkeiten sind auf viel zu vielen Kanälen verfügbar.

In diesen sogenannten stillen Tagen bin ich auf der Suche nach einer Stille, die mir für das nächste Jahr Kraft gibt. Diese Stille ist eine Kraft des Geistes, die sich jenseits des Materiellen befindet. Ich höre die Stille. Sie ist ausdrucksstark.

Eigentlich müsste ich so manches Weihnachtslied von Herzen lieben. Wenn berichtet wird von der stillen, heiligen Nacht, vom leise rieselnden Schnee, möchte meine Stille schreien. In der weihnachtlichen Geschichte von Krippe und Esel, von Hütten und Engeln, fehlt das Kind. Es drängt sich ein Heldenkrieger in den Vordergrund. Er heißt Elias und stammt aus dem Alten Testament. Er habe Hunderte Götzendiener mit dem Schwert getötet, wird erzählt: für Gott, für die höhere Sache, für Wahrheit und Gerechtigkeit, natürlich. Dieser Elias geht kaputt an seinem Wahn. Er ist eine gebrochene Existenz, des Mordens müde und des eigenen Lebens überdrüssig, an allem zweifelnd und an sich selbst, verzweifelnd. In dieser Situation beschließt Gott, sich dem Elias zu zeigen. Es kommt ein brausender Sturm, aber darin ist er nicht. Es kommt ein gewaltiges Beben, aber darin ist er auch nicht. Es kommt ein verzehrendes Feuer, aber auch darin ist er nicht. Aber nach dem Feuer kommt die Stille. In ihr ist Gott. Und vermutlich auch die Wahrheit. Elia hat verstanden. Ich weiß nicht, was uns die Geschichte sagen soll. Werden einmal auch Putin und Trump die Stille und damit den Frieden entdecken? Trump empfindet sich wohl als Statthalter Gottes. Ob er in Stille mit ihm kommuniziert? Elia jedenfalls wurde nicht begraben, sondern in einem Feuerwagen lebend in den Himmel entrückt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies in Stille geschah.

Schließlich stelle ich mir die wahrlich echten Weihnachtsfragen: Wo ist in den Stürmen, Beben und Feuern unserer Zeit die kreative und verbindende Stille? Wo sind die leisen Wahrheiten? Um sie finden zu können, tut es Not, selbst still zu werden – wenigstens manchmal. Das ist ganz leicht und zugleich ganz schön schwer. Ich muss jetzt meine Stille unterbrechen, denn meine beiden Vögel lärmen. Sie fordern neues Futter und neues Wasser.

 

Werner Schwanfelder

Gemeinsam stark! Wie Zuwanderer unsere fränkischen Städte und Dörfer bereichern!

Gemeinsam stark!

Wie Zuwanderer unsere fränkischen Städte und Dörfer bereichern

So entstand dieses Buch

 

Jedes Buch hat eine Geschichte. Dieses Buch hat eine ganz besondere Geschichte, denn es war nicht geplant. Es entstand sozusagen von selbst.

Ich beginne ganz am Anfang. In unserer Gesellschaft gibt es immer wieder, immer noch, und es wird wohl nicht aufhören, Diskussionen über Migration. Diese werden immer wieder hochgekocht durch die AfD und natürlich durch den größten Staatsmann aller Zeiten, den amerikanischen Präsidenten. Ich bin, wie viele andere vernünftige Menschen auch, der Meinung, dass wir Migration unbedingt benötigen. Die Diskussion um die Rente hat das einmal mehr bewiesen. Natürlich, das soll auch gleich gesagt werden, illegale und kriminelle Personen sollten wir schnellstmöglich aus dem Land hinauswerfen. Aber die anderen, die unsere Demokratie, unsere Gesellschaft und unsere Lebensart befürworten und unterstützen, sollen bleiben und sich an der Schaffung unseres Bruttosozialprodukts beteiligen.

Ich habe dann wieder einmal in meinem Buch „111 Orte in Mittelfranken, die man gesehen haben muss“ geblättert. Dort beschreibe ich, wie die Hugenotten so manche fränkische Ortschaft vor dem kompletten Verfall gerettet haben. Auch den Juden haben wir viel zu verdanken; sie haben unsere Gesellschaft bereichert. Das trifft auch auf die heutigen Migranten zu. Ohne sie könnten wir so manches Krankenhaus schließen.

Diese Überlegungen führten mich dazu, eine Lesung mit Bild und Ton zum Thema Migration in unseren fränkischen Orten zu erstellen. Für diese Recherche habe ich mich sehr ausgiebig mit Künstlicher Intelligenz beschäftigt. Dabei habe ich festgestellt, dass die KI tatsächlich viele Informationen bereitstellen kann, die man mit einer normalen Suche nur sehr mühsam finden würde. Die KI ist nicht immer fehlerfrei; deshalb habe ich die eine KI von einer anderen überprüfen lassen. Damit dürfte wohl sichergestellt sein, dass keine Fehler mehr im Text vorhanden sind. Im Anschluss habe ich auch versucht, von der KI Bilder generieren zu lassen, die ich selbst nicht mehr fotografieren kann, wie zum Beispiel Hugenotten, die sich gerade auf der Flucht befinden oder in Nürnberg und Fürth ankommen. Die KI kann das. Sie kann zwar keine typischen Bilder einer Stadt erzeugen (man kann also zum Beispiel Fürth in einem Bild nicht erkennen), aber sie kann die damalige Atmosphäre in einer Abbildung sehr gut einfangen.

Ich hatte so viel Material, von dem ich nur ein Minimum in meinem Vortrag unterbringen kann. Er darf nicht länger als 60 oder 75 Minuten dauern. So stand ich vor der Frage, was ich mit all meinem anderen Material machen soll. Als Bücherschreiber fällt mir dann schnell eine Lösung ein: Ich mache darüber ein Buch. Und so ist dieses Buch eben entstanden. Es ist ein Buch über die Migration in unseren fränkischen Ortschaften und Städten.

Ich habe festgestellt, dass es beeindruckend ist, von welchen Migrationswellen wir bereits profitiert haben. Mit diesem Buch und auch mit dem Vortrag möchte ich einen Beitrag zu der eingangs erwähnten Diskussion leisten. Vielleicht wird der eine oder andere, der die Geschichten und Erlebnisse der Vergangenheit bei meiner Lesung hört oder im Buch liest, offener und einsichtiger werden, die Notwendigkeit begreifen, dass Migration für uns und unsere Gesellschaft lebensnotwendig ist. Ich hoffe nun, dass die Leser ebenso begeistert von diesem Thema sind, wie ich es war und bin, und wünsche ihnen ein gutes Lesevergnügen.

 

Unser neues Projekt: Gemeinsam stark

Musikalische Lesung: "Gemeinsam stark: Wie Zuwanderer unsere fränkischen Städte und Dörfer bereichern!"

„Gemeinsam stark: Wie Zuwanderer unsere fränkischen Städte und Dörfer bereichern!“

Erleben Sie eine fesselnde musikalische Lesung, die den unschätzbaren Wert von Zuwanderung in unseren fränkischen Gemeinden beleuchtet! Unter dem Titel „Gemeinsam stark“ nehmen Sie Werner Schwanfelder (Text) und Siegfried Staab (Musik) mit auf eine Reise durch die bewegte Geschichte unserer Region, in der Menschen aus aller Welt – von Juden und Hugenotten über Österreicher und Sudetendeutsche bis hin zu den heutigen Syrern und Ukrainern – dazu beigetragen haben, das Gesicht unserer Städte und Dörfer zu formen.

In einer Zeit, in der die Debatte über Zuwanderung heiß geführt wird, schaffen wir Raum für Reflexion und Verständnis. Die Texte erinnern uns daran, dass Zuwanderung kein neues Phänomen ist. Schon in der Vergangenheit erlebten wir Zeiten, in denen Dörfer menschenleer waren, bis mutige Siedler aus Frankreich und Österreich neue Hoffnung brachten. Gastarbeiter retteten unsere Industrie in Krisenzeiten und trugen maßgeblich zum Wirtschaftswunder bei. Und auch heute ist Migration die Lösung für den sichtbaren Fachkräftemangel.

Begleitet von einfühlsamer Musik wird diese Lesung eine andere Sicht auf Migration öffnen. Vielleicht werden Vorurteile abgebaut, neue Erkenntnisse gewonnen. Wir betrachten die emotionalen Facetten von Zuwanderung und deren weitreichende Auswirkungen auf unsere Wirtschaft, Kultur und das soziale Gefüge. In einer globalisierten Welt erkennen wir, dass Migration nicht nur Herausforderungen mit sich bringt, sondern auch eine Chance für kulturelle Bereicherung und gesellschaftliche Innovation darstellt.

Wir erzählen von Orten in Franken, die ihre Existenz Zuwanderern verdanken, von baulichen Zeugnissen aus der damaligen Zeit, von Gedenkstätten, die einen Dank ausdrücken.