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Wir erleben Valencia im Fallas-Fieber

Im März steht ganz Valencia Kopf, das riesige Feuerfest, die Fallas, legt die gesamte Stadt lahm. Am 19. März 2025 werden die Figuren verbrannt.

Tischlern, modellieren, formen, gießen, einrahmen, zusammenbauen, lackieren, malen: So entsteht die Fallas-Figur. Die Fallas, das Mega-Volksfest in Valencia werden wie jedes Jahr vom 15. bis 19. März laut, bunt und spektakulär. Fünf Tage lang mokieren sich die Figuren zwischen Kitsch und Kunst über Missstände, bevor sie am Josefstag, in der Nacht vom 19. auf den 20. März 2025, in Flammen aufgehen.

Aufgrund der Bedeutung für die lokale Bevölkerung wurde die Fiesta 2016 zum Unesco-Kulturerbe erklärt. Denn längst lieben nicht nur Valencianer das Feuerfest, es kommen auch Besucher aus aller Welt. Die Riesenfiguren aus Holz und Pappmaché locken jedes Jahr Millionen Besucher in alle Viertel der Landeshauptstadt. Die Fallas läuten das Winterende ein und feiern den nahenden Frühlingsbeginn, so viel steht fest. Doch die meterhohen „Walt-Disney“-Figuren stehen auch für Satire und traditionelles Kunsthandwerk. Die Themen der Figuren sind aktuell, befreiend, politisch. Dieses Jahr geht es um Ukraine-Krieg, Inflation, die US-Präsidentschaftswahl und den Klimawandel. Die Figuren selbst, präzise, künstlerische Perfektion, genau durchdacht. Spätestens am Tag der plantà (Aufstellen) am Samstag, 15. März 2025, müssen die rund 800 großen und kleinen Figuren der knapp 400 Fiesta-Kommissionen mit einem Gesamtwert von über 9 Millionen Euro stehen.

Bei den Fallas in Valencia wird nicht gekleckert, sondern geklotzt – besonders in der Königsklasse, der Sección Especial. Zu Zeiten des Immobilienbooms durfte eine dieser Figuren noch gut und gerne 900.000 Euro kosten, heute müssen mindestens 90.000 investiert werden, um „Especial“ zu sein. Neun Fallas treten 2025 in dieser Kategorie an, es sind die größten, die teuersten, die von den prestigeträchtigsten Fallasbauern. An diesen Fallas-Figuren herrscht für gewöhnlich der größte Andrang, die meisten stehen im Stadtzentrum,

Das Gremium der Fallaskünstler wurde 1942 gegründet. Eines der wichtigsten Ziele war die Aufwertung des Berufsstandes (Zunft). Damals schwebte den Gründern ein eigener Bereich für Handwerker und ihre Fallas-Werkstätten vor. Am 17. März 1967 wurde mit dem Bau der ersten 50 Werkstätten begonnen, sodass das Viertel Ciutat Fallera das erste industrielle Themenzentrum in Spanien wurde. Es besteht aus einer Wohnanlage, dem Museo del Artista Fallero, dem Hauptsitz der Gilde und der Cooperativa de Artistas Falleros, die das Stadtviertel Valencias mit Materialien und Werkzeugen versorgt.

Aber, im Jahr 2025 ist die Ciutat Fallera ist nicht mehr das, was sie einst war. Es sind nur noch fünf Werkstätten und das Museo del Artista Fallero, ein fast archäologisches Archiv der Ninots und Fallas, übrig geblieben. Viele andere Talleros sind mit ihren Werkstätten außerhalb der Stadt gezogen. Eine Falla wird jedes Jahr als Publikumsliebling nominiert: Diese Figur wird „begnadigt“ und bei der cremà nicht verbrannt.