Kazimierz, das jüdische Krakau
Auschwitz – Birkenau
Wo ist Gott?
Wo ist Gott?
Wo ist Gott?
Ostern ist für mich das wichtigste Fest des Jahres. Und besonders wichtig ist mir der Karfreitag. Obwohl es an diesem Tag wirklich nichts zu feiern gibt. Es ist ein nichtöstlicher Tag, der von Ostern nur zwei Kalendertage entfernt ist.
Es ist zu Recht ein Tag der Trauer. Mit gutem Gewissen können wir uns an diesem Tag der traurigen Realität der Welt bis hin zum Ende aller Gewissheiten hingeben. Es ist ein Tag, an dem Hilflosigkeit, Angst und Verzweiflung ihren Platz haben – Verzweiflung über persönliches Leid, Verzweiflung über den Zustand der Welt.
Der Karfreitag ist ein Tag, der das Leid und die Leidenden ehrt und würdigt. Es ist ein grausam ehrlicher Tag, ein Tag ohne Hoffnung auf Halleluja und Auferstehung. Es ist ein Tag, der bitter spüren lässt: Der Tod ist etwas Endgültiges. Im Karfreitag keimt nicht einmal die Idee der auf Entstehung.
In den Kirchen verklingt die Orgel, die Bibel wird zugeschlagen, die Lichter gehen aus; es herrscht Stille, Todesstille.
Ich bin an diesem Karfreitag in Oberasbach, einer schlichten aber dennoch offenen Kirche, in der mein „Weg der Kreuze“ ausgestellt ist. Jedes einzelne Bild gibt ein Plädoyer für den Karfreitag ab. Das Kreuz und damit das Leiden stehen im Vordergrund.
An diesem Tag gedenken wir einen Justizmord, begangen an einem Jesus von Nazareth vor zweitausend Jahren. Die Erzählungen darüber, Evangelien genannt, wurden kurz nach der Katastrophe des Jüdischen Krieges im Jahr 70 geschrieben – der keine Zeitenwende war, sondern ein Zeitenende: Der Tempel war vernichtet, das Land zerstört, ein großer Teil der Bevölkerung von der römischen Besatzungsmacht abgeschlachtet worden.
Weil die Römer nicht genug vom Kreuzigen bekommen konnten, war sogar das Holz für die Kreuze knapp geworden. Heute fehlt den Kriegsparteien in unserer modernen Welt manchmal die Munition.
Die Evangelien sind Trauma-Bewältigungsliteratur. Geschildert wird zuerst einmal das Trauma von Golgatha, der Stätte der Kreuzigung: Die Sonne verliert ihren Schein, die Finsternis sackt über alles. Die Zukunft hat keine Zukunft mehr.
Der Karfreitag bringt eine schmerzhafte Erkenntnis: Da ist keine überirdische Allmacht, die von oben eingreift, die das Schlimme und das Schlimmste verhindert – die klassische religiöse Hoffnung wird enttäuscht. Im Karfreitagsevangelium schreit der Jesus am Kreuz, dass Gott ihn verlassen hat: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Dieser Schrei eines Einzelnen ist der Schrei der vielen. Karfreitag ist also der Tag der Gottabwesenheit und der Gottlosigkeit.
An diesem Tag wird der angeblich Allmächtige nicht verteidigt, an diesem Tag ist die Abwesenheit Gottes anwesend. An diesem Tag richtet sich der Blick auf die Gottverlassenheit der Welt; dieser Tag gibt denen recht, die sagen: Da ist kein Gott.
In diesen Wochen des Jahres 2025 gedenken wir der Befreiung der Konzentrationslager vor achtzig Jahren. Auch für mich steht ein Besuch auf dem Programm. Ich will mich der Trauer dieses Ortes aussetzen. Dort und überall treibt die Menschen die Frage um: „Warum hast du geschwiegen, Gott?“ Auf diese Frage folgt eine lange Stille, weil es eine befriedigende Antwort nicht gibt.
Der Glaube an Gott verlangt entweder ungeheure Naivität oder ein unglaubliches Ringen. Das Kreuz ist der Identifikationspunkt für Lebens- und Todeserfahrungen, die nicht auflösbar sind. Es ist der Ort für die Warum-Fragen, die unbedingt gestellt werden müssen, auch wenn sie keine letzte Antwort finden. Warum verrät einer seinen besten Freund? Warum wählen so viele Menschen ihre eigenen Zerstörer? Warum habe ich das bloß getan? Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Sollte man Fragen, die keine Lösung finden, besser gar nicht stellen? Im Gegenteil! Sie sind lebensnotwendig und darum österlich. Sie sind Leben. Nicht mehr zu fragen ist der Tod.
Was und wann ist Ostern für die Mutter, bei der die Polizisten mit der Notfallseelsorgerin an der Tür stehen und sagen: Ihr Sohn ist tot! Wo und wann ist Auferstehung für den Mann, der im kirchlichen Kinderheim sadistische Gewalt erlebt hat und der beim Wort Gott nur noch Ekel empfindet? Wo und wann ist Hoffnung für einen Menschen, jung oder älter, der an Krebs tödlich erkrankt ist? Was und wenn ist Auferstehung für die Geisel in Gaza und die hungernde Familie dort? Soll und kann man diese Menschen in ihrem Leid wirklich trösten mit dem Satz „Du kannst nicht tiefer fallen als in Gottes Hand“?
Ostern ist ein unfassbares, ein unmögliches Fest. In den Evangelien steht der hingerichtete und begrabene Jesus nach ein paar Tagen wieder lebendig da, als Sieger über den Tod. Das sei, so sagt es das Christentum, das Urmodell für die Auferstehung auch des normal Sterblichen. Auferstehung bedeutet, in den Glauben einzutauchen und eben zu glauben, dass es sie gibt. Sie ist nicht eine Wiederbelebung des Vergangenen; sie ist das Wunder neuer Hoffnung in den alten hoffnungslosen Situationen. Auferstehung ist, wenn man das Leben wieder spürt.
(nach einem Text in der SZ.)
Wir erleben Valencia im Fallas-Fieber
Wir erleben Valencia im Fallas-Fieber
Im März steht ganz Valencia Kopf, das riesige Feuerfest, die Fallas, legt die gesamte Stadt lahm. Am 19. März 2025 werden die Figuren verbrannt.
Tischlern, modellieren, formen, gießen, einrahmen, zusammenbauen, lackieren, malen: So entsteht die Fallas-Figur. Die Fallas, das Mega-Volksfest in Valencia werden wie jedes Jahr vom 15. bis 19. März laut, bunt und spektakulär. Fünf Tage lang mokieren sich die Figuren zwischen Kitsch und Kunst über Missstände, bevor sie am Josefstag, in der Nacht vom 19. auf den 20. März 2025, in Flammen aufgehen.
Aufgrund der Bedeutung für die lokale Bevölkerung wurde die Fiesta 2016 zum Unesco-Kulturerbe erklärt. Denn längst lieben nicht nur Valencianer das Feuerfest, es kommen auch Besucher aus aller Welt. Die Riesenfiguren aus Holz und Pappmaché locken jedes Jahr Millionen Besucher in alle Viertel der Landeshauptstadt. Die Fallas läuten das Winterende ein und feiern den nahenden Frühlingsbeginn, so viel steht fest. Doch die meterhohen „Walt-Disney“-Figuren stehen auch für Satire und traditionelles Kunsthandwerk. Die Themen der Figuren sind aktuell, befreiend, politisch. Dieses Jahr geht es um Ukraine-Krieg, Inflation, die US-Präsidentschaftswahl und den Klimawandel. Die Figuren selbst, präzise, künstlerische Perfektion, genau durchdacht. Spätestens am Tag der plantà (Aufstellen) am Samstag, 15. März 2025, müssen die rund 800 großen und kleinen Figuren der knapp 400 Fiesta-Kommissionen mit einem Gesamtwert von über 9 Millionen Euro stehen.
Bei den Fallas in Valencia wird nicht gekleckert, sondern geklotzt – besonders in der Königsklasse, der Sección Especial. Zu Zeiten des Immobilienbooms durfte eine dieser Figuren noch gut und gerne 900.000 Euro kosten, heute müssen mindestens 90.000 investiert werden, um „Especial“ zu sein. Neun Fallas treten 2025 in dieser Kategorie an, es sind die größten, die teuersten, die von den prestigeträchtigsten Fallasbauern. An diesen Fallas-Figuren herrscht für gewöhnlich der größte Andrang, die meisten stehen im Stadtzentrum,
Das Gremium der Fallaskünstler wurde 1942 gegründet. Eines der wichtigsten Ziele war die Aufwertung des Berufsstandes (Zunft). Damals schwebte den Gründern ein eigener Bereich für Handwerker und ihre Fallas-Werkstätten vor. Am 17. März 1967 wurde mit dem Bau der ersten 50 Werkstätten begonnen, sodass das Viertel Ciutat Fallera das erste industrielle Themenzentrum in Spanien wurde. Es besteht aus einer Wohnanlage, dem Museo del Artista Fallero, dem Hauptsitz der Gilde und der Cooperativa de Artistas Falleros, die das Stadtviertel Valencias mit Materialien und Werkzeugen versorgt.
Aber, im Jahr 2025 ist die Ciutat Fallera ist nicht mehr das, was sie einst war. Es sind nur noch fünf Werkstätten und das Museo del Artista Fallero, ein fast archäologisches Archiv der Ninots und Fallas, übrig geblieben. Viele andere Talleros sind mit ihren Werkstätten außerhalb der Stadt gezogen. Eine Falla wird jedes Jahr als Publikumsliebling nominiert: Diese Figur wird „begnadigt“ und bei der cremà nicht verbrannt.
Weg der Kreuze in Oberasbach St. Markus vom 1.4. bis 21.4.2025
Weg der Kreuze in Oberasbach St. Markus vom 1.4. bis 21.4.2025
Oberasbach – St. Markus, Evang.-Luth. Kirchengemeinde, Markusweg 2, 90522 Oberasbach
Vernissage am 1.4.2025 um 19.00 Uhr zusammen mit einer Andacht zum Bonhoeffer Gedenkjahr.
Bildbesprechung am 18.4.2025 zur Todesstunde Jesu um 15.00 Uhr
Ermalte Kreuze
Die Überschrift ist nicht auf den ersten Blick zu verstehen. Es handelt sich um Kreuze, die jedoch so verfremdet und bearbeitet sind, dass die Kreuzstruktur nicht immer bestehen bleibt. Es handelt sich um Fotografieren, die sich aber wie Gemälde anschauen lassen. Dahinter verbergen sich mehrere Bausteine. Der Ursprung ist tatsächlich eine Fotografie. Diese wird aber über verschiedene Bildbearbeitungsprogramme verändert. Dabei kann die Fotografie komplett in den Hintergrund treten und es erscheint für den Betrachter (in diesem Stadium der Bearbeitung für den Fotografen) eine ganz neue, teilweise zufällige teilweise auch beabsichtigte oder gehoffte Komposition. Diese kann in vielen Arbeitsschritten weiter verändert, angepasst, optimiert werden. Bis der Künstler zufrieden ist.
Diese Technik bezeichne ich mit dem Wort „ermalte Fotografie“. Dies erinnert an den Ursprung also an die Fotografie, aber gleichzeitig an die Bearbeitung eines Malers. Aus dieser Arbeitsweise entstehen beeindruckende Bilder.
Die Ausstellung ist nicht zu verwechseln mit einem Kreuzweg. Nicht der Christuskörper, der am Kreuz hängt, prägt die Bilder. Sondern das Kreuz für sich. Die Kreuzigung steht nicht für fröhliche Gedanken. Sie ist der Trauer gewidmet. Das Kreuz selbst bildet jedoch die ewige Verbindung zwischen Himmel und Erde. Dieses blanke, nackte, zersetzte, alternde Kreuz überwindet die Trauer und steht für die Hoffnung. Natürlich finden wir die Kreuze in allen christlichen Kirchen. Seit dem vierten Jahrhundert zurzeit von Kaiser Konstantin ist das Kreuz das Symbol der Christen. Aber auch die Wegkreuze beeindrucken und setzen Zeichen in einer Welt voller Zweifel. Vielfach stehen sie an Weggabelungen. Oder auf einem Hügel oder Berggipfel. Damit wird das Kreuz zu einem Symbol für die Stabilität unserer Gesellschaft.
Wer sich für diese Kreuz-Bilder interessiert, kann auf meiner Homepage in aller Ruhe blättern. Wer die Bilder in geeigneten Räumen ausstellen will, kann einfach mit mir Kontakt aufnehmen.
Neuauflage: 111 Orte in Mittelfranken
Neuauflage: 111 Orte in Mittelfranken, die man gesehen haben muss
Wer oder was ist Mittelfranken?
Ich habe es nicht geglaubt. Nun ist es geschehen. Auf einer Berghütte
wurde ich mit dem Kampfruf der Mittelfranken konfrontiert:
»It is nice to be a Preiß. It is higher to be a Bayer. It is the best I can denk,
to be a Mittelfränk.« Bis dahin kannte ich niemanden, der sich spontan
als Mittelfranke bezeichnete. Nur als Franke. Basta.
Das Gründungsjahr der Region ist 1828; getauft auf Rezatkreis,
1838 umbenannt in Mittelfranken. Sehr phantasievoll war die
Namensschöpfung nicht. Mittelfranken liegt zwischen Unter- und
Oberfranken, wobei dies aber dann doch nicht ganz so logisch ist,
wenn man auf die Landkarte schaut. Immerhin nimmt Mittelfranken
eine Fläche von 7.200 Quadratkilometern ein, auf der 1,7 Millionen
Einwohner leben.
Uns Mittelfranken geht es gut. Wir leben in einer prosperierenden
Gegend. Die Arbeitslosenzahlen sind niedrig, die Kosten niedrig, das
Pro-Kopf-Einkommen ist hoch, die Sicherheit bestens, die Schul-
Dichte vorbildlich. Und wir haben jede Menge Geschichte, historische
Bauten, Kulturdenkmäler, Festivals, Parkanlagen und Seenlandschaften.
Wir sind attraktiv. Die, die hier leben, wollen nicht weg, die, die
zuziehen, auch nicht. Wir sind eine Region, in der die Welt noch in
Ordnung ist.
Ich berichte von Orten, Kirchen und Burgen. Sie alle haben ihre
individuelle Geschichte. Aber es gibt auch Gemeinsamkeiten. Das
Leben in der »guten alten Zeit« war nicht einfach. Es war geprägt von
Kriegen, Ungerechtigkeiten und Gewalt. Fachkräftemangel gab es auch
schon früher. Aus Frankreich, Österreich und anderen Ländern kamen
Emigranten, die eine friedliche Existenz suchten. Sie hauchten so manchen
Orten neues Leben ein. Ein Hoch auf unsere Neubürger. Und es
gab in Franken große jüdische Gemeinden. Sie haben das gesellschaftliche
Leben geprägt. Es ist uns Franken gut bekommen. Wenn man
dies vor Augen hat, kann man nur schließen mit einem: »Weiter so!«
Meine Meinung zur Wahl 2.25
Meine Meinung zur Wahl 2.24
Meine Meinung
Als ich heute Morgen meine Kaffeetasse zum Mund führte und gleichzeitig die Zeitung aufblätterte hatte ich eine Offenbarung: Ich dachte die DDR ist wieder erstanden. Die SZ titelte: “Der Osten ist blau“. Man könnte auch sagen, der ehemalige rote Osten ist braun geworden. Mein zweiter Gedanke war: Die Wiedervereinigung war ein Fehler. Dann hatte ich noch einen dritten Gedanken: Der Länderfinanzausgleich muss tatsächlich geändert werden. Warum sollen wir in Bayern einen blauen oder braunen Osten finanzieren? Soweit meine zugegebenermaßen populistischen Gedanken.
Gerne hätte ich unserem Landesfürsten eine Beteiligung der Grünen an der Bundesregierung vergönnt. Aber auf der anderen Seite bin ich erleichtert, dass die Liberalen und das BSW nicht in den Bundestag gekommen sind. Somit bestehen doch gewisse Chancen, eine stabile Regierung zu bilden. Schade, dass wir keine liberale Partei mehr im Parlament haben. Dem BSW weine ich keine Träne nach.
Die Liberalen haben die Quittung für ihr bemerkenswertes Zerstörungswerk erhalten, die Wählerschaft hat sie ohne falsches Mitleid gerupft. Sie stehen nicht nur vor den Trümmern der Ampelregierung, die sie wesentlich mitruiniert haben, sondern sie haben das Desaster auch der eigenen Überheblichkeit zu verdanken. Es kann ja nur Dummheit gewesen sein, wie sie 2024 sich mit ihren „D-Day“-Konspirationen und unerfüllbaren Maximalforderungen inszenierten. „Alles lässt sich ändern“, schrieb die FDP auf ihren Wahlplakaten. Vielleicht meinten die Spindoktoren die Wähler, die alles änderten, indem sie die Partei einfach aus dem Bundestag warfen.
Ich bin der Meinung, dass jedes Volk die Regierung hat, die es verdient. Der Bürger und Wähler ist der Souverän. Er hat allerdings auch die Folgen zu tragen. Nun hoffen wir alle auf unseren neuen Bundeskanzler März, der uns und der Welt das Heil bringt. Ich schätze ihn nicht gerade als großen Strategen ein. Jedenfalls hat er kein politisches Fingerspitzengefühl bewiesen, als er vollkommen unnötigerweise auf die Zusammenarbeit mit der AfD bestand. Man darf gespannt sein, wie sich dies entwickelt. Viele CDU-Vorhaben werden sich nur mit der AfD realisieren lassen. Unverständlich auch, wie man im Wahlkampf die Partner, die man später benötigt, überheblich als linke Spinner beschimpfen kann.
Merz’ Führungsanspruch hängt noch mehr als der von Scholz vom Budget ab. Die Durchsetzungsfähigkeit ist ja immer auch eine Frage der Zahlungsfähigkeit. Deutschlands Führungsrolle in Europa war stets gekauft, was nicht verwerflich ist, denn Europa hat über den Binnenmarkt auf Euro und Cent zurückgezahlt. Nun startet Merz mit doppelter Bürde: Erstens ist Deutschland nicht mehr der viel gerühmte (Wirtschafts-)Motor Europas; diese Funktion muss sich das Land erst noch hart erarbeiten. Zweitens fehlt die Haushaltskraft, um die sicherheitspolitischen Ausgaben dieser neuen Ordnung zu finanzieren.
Traurig macht mich, dass die SPD ihre Stammwählerschaft fast vollständig verloren hat. Die Arbeiter orientieren sich lieber an der AfD. Ob dieser Verlust an Vertrauen wieder gut gemacht werden kann, ist mehr als fraglich. Und schließlich die Grünen. Bei der letzten Wahl sah es wie eine Erfolgsgeschichte aus, zurückgeblieben sind gute Ansätze, aber nur wenige Ergebnisse. Die Gesellschaft hat sich jedenfalls nicht positiv verändert. Gut, dass diese Partei jetzt eine Phase der Erneuerung hat.
Die AfD strotzt vor Kraft und glaubt, nun eine Volkspartei geworden zu sein. Diesen Begriff haben wir immer mit Stabilität und Fürsorge verbunden. Die radikalen Nationalisten kapern jetzt diese Assoziationen. Sie laden diesen Begriff aber mit Aggressivität und Zorn auf. (Die Ausführungen von Frau W. finde ich zum Kotzen. Ein Klick im Fernsehen und sie ist weg.) Die Nationalisten folgen dem bekannten populistischen Trick, sich zum Vertreter des wahren, unterdrückten Willens des gesamten Volkes zu erklären. Bei der AfD klingt „Volkspartei“ nicht nach Reformen, sondern nach Rache.
Jenseits des Atlantiks ist die Umsetzung der Rache bereits in vollem Gang. Mittlerweile wurden über 100.000 Staatsbedienstete entlassen. Vielleicht möglich, dass die Bürokratie zu viele Mitarbeiter hat, aber mit dieser Dimension setzt Trump die Funktionsfähigkeit der Gesellschaft außer Kraft. Viele dieser Entlassenen dürften selbst die Republikaner gewählt haben. Die Rechnung bekommen sie nun präsentiert. Und es wird in den nächsten Jahren noch viele Rechnungen geben, die bezahlt werden müssen.
Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient und gewählt hat. Für unser Land könnten wir sagen, noch mal Glück gehabt. Aber dies wäre zu billig. In vier Jahren übernimmt die AfD die Kanzlerschaft. Was man dagegen machen kann? Die Politiker müssen Leistung erbringen. Die Bürger müssen sich konstruktiv beteiligen. Es ist bei allen Gelegenheiten der Diskurs mit den blauen Rechten zu führen. Bitte verzagt nicht.
Impressionen aus dem Oman
Einladung nach St. Martin
Einladung zur Vernissage der Ausstellung "Weg der Kreuze"
Am 12. Januar um 10.00 Uhr in der Kirche St. Martin in Fürth
Ich freue mich Euch bekanntzugeben, dass ich die Ausstellung „Weg der Kreuze“ vom 12. Januar bis 26. Januar in der Kirche von St. Martin in Fürth präsentieren kann.
Für mich eine Besonderheit, denn dies ist meine Jugendgemeinde. Hier bin ich konfirmiert worden und habe die Jugendarbeit geleitet. Lang ist es her.
Am 12. Januar um 10.00 Uhr wird im Foyer Kaffee und Kuchen ausgegeben. Es folgt ein geistliches Wort als Überleitung zu den Kreuzen. Dann erkläre ich meine künstlerische Sicht auf die Ausstellung. Sigi Staab begleitet mich musikalisch.
Wer die Ausstellung noch nicht gesehen hat, ist herzlich eingeladen.
Am Montag, den 13. Januar um 19.00 Uhr findet ein Kunstgottesdienst statt mit dem Titel „Kunst und Kreuz“. Die Bilder sollen von den Zuschauern aus einem anderen Blickwinkel wahrgenommen werden. Ich bin auf diese Veranstaltung sehr gespannt.
Die St. Martinskirche befindet sich oberhalb der Billinganlage in der Hochstr. 14
Kommet zuhauf
„Weg der Kreuze“ führt nach St. Martin
Fotografisch hat Werner Schwanfelder seinen „Weg der Kreuze“ nachgezeigt. Nach Stationen im Landkreis ist die Ausstellung nun in der Fürther Kirche St. Martin zu sehen. Foto: Werner Schwanfelder
AUSSTELLUNG Fotografien widmen sich dem Hauptsinnzeichen des Christentums – Überraschung inklusive.
Reinhard Kalb
Die Ausstellung „Weg der Kreuze“ ist von diesem Sonntag an bis zum 26. Januar in St. Martin in Fürth täglich von 9 bis 16 Uhr zu besichtigen. Am 13. Januar um 19 Uhr findet ein Extra-Gottesdienst zur Ausstellung mit Musik und spezieller Beleuchtung statt.
Zu den merkwürdigsten Paradoxien des Christentums zählt der Widerspruch zwischen Aussage und bildlicher Darstellung beim Kernthema. Die Botschaft lautet: Christus ist von den Toten auferstanden und gen Himmel gefahren. Der Tod ist besiegt. Und wenn auch der Gläubige hienieden stirbt, so ist ihm doch ein neues Leben ganz anderer Art gewiss.
In den Kirchen, am Wegesrand, in Feld, Wald und Flur sieht man jedoch nicht den auferstandenen, von der Last des Diesseits befreiten Christus, sondern den sterbenden oder toten Jesus am Kreuz, am Tiefstpunkt menschlicher Existenz. Schmerz und Leiden sind nachvollziehbar, deren Überwindung durch göttlichen Eingriff offenbar nicht. Demnach hätte ja doch der Tod das letzte Wort. Könnte man meinen. Konsequent waren da die Hussiten des späten Mittelalters, sie ersetzten das Kreuz durch den Abendmahlskelch.
Dieses Paradoxon ist offenbar auch dem Fotografen Werner Schwanfelder aufgefallen. Seine Fotoausstellung „Weg der Kreuze“ in der Fürther Martinskirche (Hochstraße 14) versucht, Tod und Weiterleben, Leid und Leidüberwindung miteinander zu fusionieren. „Weg der Kreuze“ ist kein Kreuzweg nach katholischem Verständnis. Also keine Darstellung des Leidensweges Christi vom Urteil des Pilatus bis zur Grablegung.
Stattdessen kombiniert der Obermichelbacher in seinen 18 großformatigen Bildern Mehrfachbelichtungen und Überbelichtungen zu fotografischen Gemälden. So hängt ein durch Überbelichtung in sphärischem Weiß strahlender, feminin wirkender Christus am Kreuz. Bei genauerem Hinsehen erkennt der Betrachter: Das ist ja eine Christa. Die Gestalt hat einen Busen. Wer jetzt empört nach Luft schnappt, sollte sich fragen: Gilt die Nachfolge Christi nicht auch für Frauen?
Andere Fotografien zeigen hölzerne Kreuze in fortgeschrittenen Graden der Verwitterung, umwickelt mit Stacheldraht, in freier Landschaft oder verlassenen Werkhallen stehend, sehr plastisch oder, in psychedelische Farbmuster getaucht, ihre Plastizität preisgebend. Auch die Christusfigur hängt nicht plastisch am Kreuz, sondern schwebt vielmehr als Doppelbelichtung am bzw. vor dem Gebälk. Eine Idee, die schon Salvador Dal´í in einem Gemälde umgesetzt hatte. Solcherart verfremdet, darf sich der Betrachter seine Gedanken machen über die Neuinterpretationen eines uralten Bildmotivs.
Den Übergang von der Immanenz in die Transzendenz, vom Diesseits ins Jenseits, veranschaulicht Werner Schwanfelder mittels einer Schere. Aus einer bedruckten Leinwand hat er ein Kreuz ausgeschnitten. Der Stoff in Kreuzesform baumelt noch im Bild, doch die Lücken links, rechts und unten gewähren Einblick in den Bereich dahinter.
Davon abgesehen, ist das Kreuz kein Monopolsymbol des Christentums. Es ist eines der ältesten Symbole der Menschheit, das für Himmel und Erde, Hoch und Niedrig, Mann und Frau und für alle vier Himmelsrichtungen steht. Ursprünglich für den evangelischen Kirchentag in Nürnberg konzipiert, hat Schwanfelder bereits in den Gemeinden Veitsbronn, Tuchenbach und Zirndorf seine Ausstellung gezeigt – mit unterschiedlicher Resonanz, von null Reaktion bis zum Kauf einzelner Bilder.








